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Wandern und die Natur genießen in der Monheimer Alb

Natur und Kultur im Schwalbtal bei Gosheim

Monheimer Alb 16

Wegbeschreibung: Die abwechslungsreiche Wanderroute beiderseits des unteren Schwalbtales bietet naturräumliche Schönheiten und kulturelle Stätten der besonderen Art.

Ausgangspunkte
Parkplatz bei den Gosheimer Weihern, Parkplatz in der Ortsmitte Gosheim. 

Sehenswürdigkeiten

Pfarrkirche Mariä Geburt und ehemaliges Schloss in Gosheim, Gosheimer Kalvarienberg, Steinbruch bei Gosheim

  • Länge:

    14 km

  • Gehzeit ca.:

    3 Stunden

  • Aufstieg:

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    Abstieg:

  • GPX

Bei den Dörfern Huisheim und Gosheim findet man die geografische Mitte des Landkreises Donau-Ries. Unmittelbar am östlichen Rand des Rieses gelegen, ergeben sich rund um die bei­den Ortschaften einzigartige Wandermöglichkeiten mit herrlichen Ausblicken auf land­schaft­liche Schönheiten und aufschlussreichen Begegnungen mit kulturellen Sehenswürdig­keiten. Der abwechslungsreiche Wanderweg beiderseits des Schwalbtals vereint alles, was sich der Wanderer wünscht.

 

Von Gosheim zum Schwalbtal (5,5 km)

Wir beginnen unsere Wanderung in der Dorfmitte in Gosheim. Die karolingische Königsmark Gosheim, urkundlich im Jahr 793 erstmals erwähnt, war im frühen Mittelalter der ursprüngliche Herrschaftssitz im Sualafeldgau, der als Bollwerk der fränkischen Macht gegen die Baiern und Schwaben errichtet worden war. Die heutige Kir­chenanlage ist noch ganz umschlossen von einer hohen Mauer, die wie der auf der Bergseite noch erhaltene Graben zu den Resten einer wehrhaften mittelalterlichen Burg gehört. Der Kirchturm steht auf dem ehemaligen Bergfried, der um 1250 errichtet wurde. Die 1734 ein­geweihte, barock ausgestattete Pfarrkirche Mariä Geburt steht wohl an der Stelle der ehe­maligen Burgka­pelle. Bemerkenswert ist ihr Rokoko-Kreuzweg mit einer 15. Station, der Kreuzauffindung durch die Kaiserin Helena. Das Schloss im ehemaligen Burgbereich wurde 1694 bis 1696 errichtet. Eine Besichtigung ist leider nicht möglich, da es privat be­wohnt wird.

 

Wir wandern links an der Burgmauer entlang und überschreiten die neuerbaute Hängebrücke über den ehemaligen Burggraben. Nach ca. 50 m erreichen wir auf einem Kiesweg die Schloss­gartenstraße, der wir rechts abbiegend folgen und dann zum Kalvarienberg anstei­gen.

 

Dort steht ein gro­ßes Kreuz auf einem kleinen „Gipfel“, gebildet von einigen Felsköpfen, die aus der Trocken­rasenfläche herausschauen. Der Ort erinnert an den in der Bibel wegen sei­ner Kopfform Gol­gotha (Schädelstätte) genannten Berg in Jerusalem. Gestiftet wurde die Kreuz­weganlage 1890 von dem Gosheimer Pfarrer Peter Brand. Unter Mithilfe der Gemein­debür­ger wurden die 14 Stationen mit den eindrucksvollen neugotischen Reliefs der 14 Kreuzweg­stationen er­richtet und der Weg angelegt, der sich unter einer Reihe von Bäumen den Berg hinaufzieht. Die Herz-Jesu-Kapelle neben dem Kreuz wurde im Jahr 1892 gebaut. Der Platz, von dem man an klaren Tagen einen weiten Blick ins Ries im Westen bis zum Ipf mit seinem abgeflachten Plateau und zum Schloss Baldern sowie im Nordwesten bis zum Hes­selberg hat, ist wie ge­schaffen zum Ausruhen und Schauen, aber auch zur Besinnung und zum Gebet.

Von der Kapelle aus gehen wir nach Norden in den Wald und stoßen auf einen Grasweg, der in nördlicher Richtung zu einem breiten Schotterweg führt. Diesem folgen wir nach links ab­wärts bis zum Waldrand.

 

Bevor wir dort nach rechts abbiegen, sehen wir links den Goshei­mer Steinbruch, einen interessanten geologischen Aufschluss, in dem die überkippte Schichtenfolge der Weißjuraplatten deutlich zu erkennen ist. Wir befinden uns jetzt auch auf dem Jakobus-Pilgerweg (Beschilderung mit dem Muschel-Symbol), der von Oettingen her nach Südosten Richtung Donauwörth führt. Unser Weg verläuft jetzt zunächst im Wald und dann am Waldrand ent­lang. Von dort haben wir wieder einen weiten Blick in die schüssel­förmige Rieslandschaft im Westen. Bereits nach etwa 100 m schwenken wir wieder nach rechts in den Wald und folgten einem Erdweg, der nach einer Kreuzung in einen Schotterweg übergeht. Wo wir auf einen breiten Waldwirtschaftsweg treffen, biegen wir rechts ab und ge­hen auf diesem Weg jetzt in östliche Richtung. An einer Wegega­bel behalten wir diese Rich­tung bei, bis wir nach gut 500 m vor dem Waldrand nach links abbiegen und hinab zur Schwalb wandern. Hier im oberen Schwalbtal zeigt sich der kleine Fluss noch in seiner wilden ursprünglichen Form.

 

Wir bleiben auf dem schattigen Weg un­mittelbar am rechten Schwalbu­fer. Beim „Mühlloch“ verlassen wir die Talsohle und ge­hen auf einem ansteigenden Erdweg weiter. Wir wandern oberhalb des Schwalbtales in einer noch ziemlich unberührten Natur­landschaft und sehen linker Hand tief unten zwei Mühlen, die Obere Mühle (Schwalb­mühle) und die Mittelmühle.

 

Bei der Mittelmühle ist von oben herab am Fuß des Hanges eine Schwalbquelle zu sehen. Zu ihr führt ein Fußweg, der aber erst kurz vor dem Überqueren der Staatsstraße von unserem Wanderweg nach links abzweigt (siehe Wegwei­ser). Beim Überqueren der Staatsstraße ist wegen des starken Verkehrs Vor­sicht geboten. Auf der ge­teerten Zufahrt geht es weiter an der Mathesmühle vorbei.

 

Von der Mathesmühle zum Kriegsstatthof (3 km)

Unsere Route führt uns nach Westen am Waldrand entlang. Schon nach gut 300 m verlassen wir die Teerstraße und gehen geradewegs in den Wald hinein. Auf einer Lichtung kommen wir an einer sehr alten, alleinstehenden Eiche vorbei. Nach der Überliefe­rung soll an dieser Stelle im Jahre 793 Graf Helmoin das Sualafeld um Gosheim (damals Koazesheim genannt) der Bischofskirche Freising geschenkt haben.

 

Auf unserer wei­teren Wanderung überqueren wir bald, nachdem der Wald zu Ende ist, eine Teerstraße. Jetzt erwartet uns ein leichter Anstieg (nur etwa 10 Höhenmeter) auf den Metz­lesberg. Von dort erkennen wir bei guter Sicht im Norden über dem Wald den Turm der Wallfahrtskirche Maria Brünnlein in Wemding.

Der Gnadenort ist nach Altötting die zweitgrößte Wall­fahrts­stätte in Süddeutsch­land. Tau­sende Pilger kommen alljährlich hierher und suchen Trost, Hilfe und Fürsprache bei Maria. Die Wallfahrt steht im Zusammenhang mit einem geschnitz­ten Marienbild, das Franz Forell um 1680 aus Rom mitgebracht hat.

 

Wir setzen unsere Tour mit dem Abstieg vom Metzlesberg nach Westen fort und gelangen am Waldrand an eine Weg­kreuzung. Wenn man hier nach links abbiegt und an einem Feuchtbio­top vorbei zur Teer­straße geht, könnte man die Wanderstrecke um ca. 2 km abkürzen.

 

Nach Gosheim zurück (5 km)

Wir wandern in südöstliche Richtung weiter bis zur Teerstraße. Dort schwenken wir nach links, verlassen diese nach etwa einem Kilometer nach rechts und überschreiten bei der Herbermühle die Schwalb.

Mit seiner früheren Bezeichnung „Sualaua“ gab das Flüsschen dem Sualafeldgau seinen Namen, einer Grafschaft, die in der Mitte des 8. Jahrhunderts von den fränkischen Königen zwischen dem schwäbischen Riesgau im Westen und dem bayerischen Nordgau im Osten er­richtet worden ist. Nicht weit von hier mündet die Schwalb, die sich wie seit Jahrhunderten in einem noch weitgehend unberührten Bett dahinschlängelt, in die Wörnitz. Nach der Herber­mühle schwenken wir an einer Wegegabel nach links und gelan­gen nach gut 100 m zu den „Gosheimer Weihern“.

Diese Teiche verdanken ihre Entste­hung dem Abbau von Sandlagern und der anschließenden Rekultivierung der Sandgru­ben. Vor dem ersten Weiher biegt unser markierter Wanderweg nach links ab und führt uns auf teils romantischen Pfaden durch die vorbildlich gepflegte Weiherlandschaft. Absperrun­gen auf dem markierten Weg sollen nur Rad- oder Mopedfahrer abhalten und dürfen von Wande­rern überstiegen wer­den. Die Baggerseen sind auch ein be­gehrter Angelplatz verschie­dener Fischereivereine. Wo die Freizeitfischer ihrem Hobby nachgehen, sollte man darauf Rück­sicht nehmen. Man kann bei entsprechender Witterung an den Gewässern auch durchaus ei­nen Badeaufenthalt einlegen.

Nach dem Verlassen des Freizeitgeländes beim Parkplatz führt unser Weg zunächst noch gut 300 m auf der Teerstraße nach Osten, um dann an einer Gabe­lung rechts auf einen Schot­ter­weg abzubiegen und einer Anhöhe, dem Lehmberg, zuzu­stre­ben.

Am Waldrand haben wir bei schönem Wetter nach Westen einen weiten Blick in den Rieskes­sel. Im Osten sehen wir das Werksgelände der ehemaligen Braas-Dachziegelwerke, das jetzt die Heimat eines welt­weit führenden Elektronik-Betriebes ist.

Wir gehen jetzt am Nordosthang des Lehmberges entlang und steuern nach Süden schwen­kend den vor uns lie­genden Ort Gosheim an. Am Ortsrand halten wir uns links und streben der Dorfmitte zu, wo der wuchtige Bau des ehema­ligen Schlosses mit der Kirche gleich­sam über dem Ort thront.

 

 

 

Abendstimmung am Lehmberg - auf dem Monheimer Alb Wanderweg Nr. 16Kleiner Tümpel im SchwalbtalSonnenuntergang am Kalvarienberg in Gosheim

Kurz-Info

Gehzeit ca.: 3 Stunden

Charakter
  • Rundtour
Ausschilderung
  • einfache Beschilderung (Richtungsschilder rechts & links, Wegmarkierung)